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Vorhautverengung |
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Autor: OA Dr. J. Schalamon
Eine Vorhautverengung (Phimose) liegt dann vor, wenn sich die Vorhaut nicht oder nur sehr schwer zurückziehen lässt. Im Neugeborenen- bzw. Kleinkindalter kann dies durchaus völlig normal sein, da die Eichel meist noch mit der Vorhaut verklebt ist und durch diese Verklebung (Conglutinatio glandis) ein Zurückschieben der Vorhaut verhindert wird. Die Verklebungen lösen sich üblicherweise bis zum 8.-10 Lebensjahr von selbst, so daß keine weitere Therapie erforderlich wird.
Eine unbedingte Indikation zur Operation der Vorhaut stellt daher nur die Behinderung des Harnabflusses dar. In diesem Fall beobachtet man eine Ballonierung der Vorhaut bei sehr dünnem Harnstrahl. Bei einzelnen Patienten kann es durch die Verengung sogar zu einer Harnsperre kommen.
Bild 1: Hochgradige Vorhautverengung Eine weitere Indikation zur Vorhautoperation sind wiederholte Entzündungen der Vorhaut im Rahmen der Vorhautverengung, so daß eine Reinigung nicht möglich ist. Dann kommt es zu schmerzhaften Einrissen beim Zurückziehen der Vorhaut, die vernarben und zu weiterer Einengung führen. Auch hier kann eine Operation Abhilfe schaffen.
Sollte die Vorhaut trotz Einengung zurückgezogen werden, ist ein Vorschieben oft sehr schwierig. Es kann zum Auftreten einer Paraphimose, einer sehr schmerzhaften Schwellung der zurückgezogenen Vorhaut, kommen. Auch in diesem Fall ist eine Abtragung des verengten Vorhautanteils sinnvoll.
Bild 2: Paraphimose
Auch aus kulturellen Gründen wird oftmals die vollständige Entfernung der Vorhaut gewünscht, obwohl keine eindeutige medizinische Indikation vorliegt. Die Kosten von ca. 220 Euro (Stand: Mai 2006) sind selbst zu übernehmen.
Sollte bei Ihrem Kind eine Kürzung der Vorhaut (Zirkumzision) notwendig sein, wird die Operation normalerweise als tageschirurgischer Eingriff durchgeführt. Um den Ablauf am OP-Tag möglichst zu vereinfachen, wird die OP-Aufklärung und Unterzeichnung der OP-Einwilligung sowie die Vorstellung beim Narkosearzt (Anästhesisten) im Rahmen der ambulanten Voruntersuchung durchgeführt. Ihr Kind muss einige Tage vor der OP beim Haus- oder Kinderfacharzt vorgestellt werden, der die OP-Tauglichkeit feststellt. Am OP-Tag melden Sie sich bitte direkt in der Tagesklinik (2. OG, Station grün). Wenn keine postoperativen Probleme auftreten, können sie noch am OP-Tag das Krankenhaus wieder verlassen.
Bei der Operation kommen dabei 2 Methoden zum Einsatz:
1. Die teilweise (partielle) Zirkumzision: Kürzen der Vorhaut mit Entfernung des verengten Vorhautanteils, wobei die Eichel idealerweise immer noch von einem Vorhautanteil bedeckt ist.
2. Die vollständige (radikale) Zirkumzision: Vollständige Entfernung der Vorhaut; diese Methode wird entweder im Rahmen einer Wunsch-Beschneidung oder bei ausgedehnten entzündlichen Veränderungen angewendet.
Damit Ihr Kind nach der Operation möglichst keine Schmerzen hat, könnte der Narkosearzt einen sog. Kreuzstich zur Schmerztherapie empfehlen. Diese Methode ist komplikationsarm und wird bereits seit Jahren mit großem Erfolg an unserer Abteilung durchgeführt. Für genauere Information wenden Sie sich bitte an unsere Narkosefachärzte (Anästhesisten).
Bild 3: Während der OP
Das bei der Operation verwendete Nahtmaterial löst sich von selbst auf und muß nicht entfernt werden. Das mehrmals tägliche Auftragen einer antibiotischen Salbe und das Bad der Wunde in Kamillenlösung wird zur Pflege nach der Entlassung empfohlen. Ein Zurückziehen der Vorhaut sollte in der ersten Zeit nach der OP unbedingt vermieden werden, da dadurch die OP-Wunde nicht zur Ruhe kommen kann und die Narbenbildung verstärkt wird. Sie werden ein Merkblatt mit ausführlicher Information erhalten. Wir kontrollieren alle Kinder nach Zirkumzision zumindest einmal nach der Operation, üblicherweise eine Woche nach Entlassung.
Komplikationen sind selten; unmittelbar im Anschluß an die Operation kann eine Nachblutung auftreten, die aber meist ohne weitere Operation beherrscht werden kann. Es können aber vorübergehend neuerliche Einengungen der Rest-Vorhaut beobachtet werden. Diese lassen sich durch einen Narbenring im Bereich der OP-Wunde erklären. Meist bildet sich dieser Narbenring innerhalb vom 6-9 Monaten vollständig zurück und bedarf keiner weiteren Therapie.
Bei einer fortbestehenden Entzündung der Vorhaut könnte jedoch ein chronisch entzündlicher Prozeß vorliegen; in diesem Fall empfiehlt sich die vorübergehende lokale Anwendung einer cortisonhältigen Salbe .
Hier noch einige Dokumente zur Ansicht:
Merkblatt_ambulante_Operationen.pdf 157.9 kB
Operationstauglichkeit.pdf 174.5 kB
Phimose_Merkblatt.pdf 172.4 kB
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
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Zuletzt bearbeitet am 26.03.2008 um 09:48 |
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