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Leisten-/Wasserbruch |
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Autor: Ass. Dr. T. Petnehazy
Im Rahmen der normalen Entwicklung eines Babys (vor der Geburt) bildet sich ein offener Kanal im Bereich der Leiste aus (offene Verbindung zur Bauchhöhle), der sich üblicherweise um den Zeitpunkt der Geburt verschließt. Nach der Geburt kann dennoch etwas Wasser in diesem Kanal verblieben sein, welches sich normalerweise bis zum vollendeten 2. Lebensjahr vollständig zurückbildet.
Bild 1: Schematische Darstellung des offenen Kanals
Unter einem „Wasserbruch" (Hydrocele) versteht man eine Flüssigkeitsansammlung in diesem Kanal (Bruchsack), die beim Buben bis hinunter zum Hoden möglich ist und beim Mädchen bis in den Bereich der Schamlippen reichen kann. Sie tritt auf, wenn die ursprünglich vorhandene Verbindung zwischen Hodensack und Bauchhöhle in den ersten 2 Lebensjahren nicht verklebt und bestehen bleibt. Daher wird der Wasserbruch üblicherweise auch nicht vor dem 2. Lebensjahr operiert. Bis zu diesem Alter kann mit einem spontanen Verschluss der offenen Verbindung zur Bauchhöhle gerechnet werden.
Unmittelbare Gefahr besteht bei einem Wasserbruch extrem selten; nur in Einzelfällen klagen die Kinder über Schmerzen; manchmal ist der Wasserbruch auf Grund seiner Größe nicht tolerierbar und wird frühzeitig operiert.
Bild 2: Wasserbruch rechts
Eine Leistenhernie (= Leistenbruch, Hernia inguinalis, Inguinalhernie) kann in jedem Lebensalter vorkommen. Ca. 1-5 % aller Säuglinge sind betroffen, bei Frühgeborenen ist die Wahrscheinlichkeit des Auftretens höher (9-11 %). Die Leistenbruchoperation ist die häufigste Operation im Kindesalter.
Ein Leistenbruch liegt dann vor, wenn sich in der oben beschriebene Kanal ausweitet. Der Bruchsack kann in diesem Fall mit Strukturen aus der Bauchhöhle wie z.B. Darmschlingen, Blinddarm oder einem Eierstock gefüllt sein. Unmittelbare Gefahr besteht nur, wenn eine Darmschlinge oder ein Eierstock im Bruchsack eingeklemmt wird.
In der Regel fällt den Eltern bei der täglichen Pflege des Kindes eine Schwellung im Bereich der Leiste bzw. des Hodens auf. Diese ist meistens einseitig vorhanden kann jedoch auch beide Seiten gleichzeitig betreffen. Oft ist diese Schwellung im Bereich der Leiste weich und verschwindet von selbst wieder bzw. lässt sich leicht zurückdrücken. Die Zuweisung an unsere Klinik geschieht üblicherweise nach entsprechender Untersuchung beim Hausarzt oder Kinderfacharzt.
Eine Operation ist bald (wenige Tage oder Wochen) nach Feststellung eines Leistenbruches anzuraten, da unbehandelt die Gefahr einer Einklemmung (Darm, Eierstock) besteht. Je jünger Ihr Kind ist, umso frühzeitiger wird die Operation geplant.
Ist die Schwellung im Bereich der Leiste hart, schmerzhaft und lässt nicht leicht zurückdrücken, empfehlen wir eine sofortige Vorstellung bei uns in der Ambulanz (Notaufnahme), da es zur Schädigung der eingeklemmten Strukturen kommen kann.
Bei der Operation wird nach einem Hautschnitt im Leistenbereich der offene Bruchsack verschlossen. Im Falle eines Wasserbruches wird der untere Teil des Bruchsackes zusätzlich gefenstert. Die Hautwunde wird üblicherweise mit sich auflösendem Nahtmaterial wieder verschlossen, so dass keine spätere Nahtentfernung erforderlich wird.
Säuglinge unter 6 Monaten werden nach der Operation routinemäßig eine Nacht zur Beobachtung aufgenommen, ansonsten wird die jeweilige Operation im Rahmen der Tagesklinik durchgeführt. Nachkontrollen finden bei unkompliziertem Verlauf beim Kinder- bzw. Hausarzt statt.
Komplikationen sind äußerst selten und meist im Wundbereich (Windelträger) zu finden. Ein neuerliches Auftreten des Leistenbruches/Wasserbruches tritt bei weniger als 1% unserer Patienten auf.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
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Zuletzt bearbeitet am 26.03.2008 um 09:48 |
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