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Blinddarmentzündung |
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Autor: OA Dr. J. Schalamon
Eine Blinddarmentzündung kommt bei weniger als 10% aller Menschen vor, kann aber unbehandelt zu einer schweren, bedrohlichen Erkrankung führen.
Wenn Ihr Kind über Bauchschmerzen klagt oder der Haus- bzw. Kinderfacharzt den Verdacht auf eine Blinddarmentzündung geäußert hat, sollten Sie unverzüglich mit ihrem Kind vorstellig werden.
Bei der ambulanten Erstuntersuchung wird sich der behandelnde Arzt zunächst über den bisherigen Krankheitsverlauf informieren und eine manuelle Untersuchung mit Abtasten des Bauches (und gegebenenfalls eine rektale Untersuchung) durchführen. Typische weitere Untersuchungen sind Fiebermessen, eine Blutabnahme, Harnuntersuchung und ein Ultraschall von Bauch und Nieren. In sehr eindeutigen Fällen kann aber auch bereits ohne weitere Labordiagnostik oder Bildgebung die Operation veranlasst werden. Sollte eine Blinddarmentzündung durch die manuelle Untersuchung weitgehend auszuschließen sein, kann ebenfalls in Einzelfällen auf weitere diagnostische Maßnahmen verzichtet werden.
Bild 1: Ultraschall bei Blinddarmentzündung
Eventuell wird der betreuende Arzt eine Kontrolluntersuchung bei uns oder beim Haus- oder Kinderfacharzt am nächsten Tag empfehlen. Bei immer wiederkehrenden, chronischen Bauchschmerzen können Spezialuntersuchungen wie z.B. ein Atemtest zum Ausschluß einer Helicobakter Pylori-Infektion, Stuhlanalysen oder eine Blutabnahme zum Ausschluß von Nahrungsmittelunverträglichkeiten veranlasst werden.
Sollte eine Aufnahme in stationäre Behandlung erforderlich werden, bedeutet das noch nicht, dass Ihr Kind operiert wird. In vielen Fällen beruhigt sich der Bauch unter Nahrungskarenz und mittels Infusionstherapie, so dass eine Beschwerdefreiheit auch ohne Operation erreicht werden kann.
Wenn bei Ihrem Kind eine Blinddarmoperation notwendig wird, hängt die Dauer des weiteren Aufenthaltes vom Schweregrad der Entzündung ab. Bei akuter Blinddarmentzündung müssen Sie mit einem Aufenthalt von ca. 5 Tagen rechnen. Im Falle eines Blinddarmdurchbruches oder bei eitriger Blinddarmentzündung erfolgt meist eine mehrtägige Antibiotikagabe über einen venösen Zugang und der Aufenthalt kann sich je nach Verlauf deutlich verlängern.
Bild 2: Blinddarmentzündung
In unserem Haus werden verschiedene Methoden der Blinddarmoperation durchgeführt. Neben offener Chirurgie und Bauchspiegelung wird auch ein Kombinationsverfahren angewendet, bei dem der Blinddarm mittels Bauchspiegelung über den Nabel geborgen und offen chirurgisch abgetragen wird (single port Appendektomie).
Bild 3: single port Appendektomie
An der Universitätsklinik für Kinderchirurgie in Graz werden jährlich in etwa 300 Blinddarmoperationen durchgeführt. Komplikationen sind selten (am häufigsten sind Wundinfekte bei ca. 2% aller Blinddarmoperationen) und meist Folge einer schweren Entzündung, können aber einen verlängerten oder wiederholten Krankenhausaufenthalt zur Folge haben.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
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Zuletzt bearbeitet am 05.06.2006 um 12:22 |
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