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Dienstanweisung

DIENSTANWEISUNG FÜR
FAMULANTEN UND PRAKTIKANTEN

Das Kind ist kein kleiner Erwachsener

Im Rahmen Ihrer(s) Famulatur/Praktikum wird Ihnen die Möglichkeit geboten, die physischen und psychischen Probleme kranker Kinder in einer kinderchirurgischen Klinik kennenzulernen. Durch persönlichen Einsatz sollen Sie pflegerische und ärztliche Maßnahmen, wie sie bei der Behandlung chirurgisch kranker Kinder notwendig sind, erlernen. Die Dienstanweisung dient einerseits dazu, den reibungslosen Ablauf des Krankenhausbetriebes zu gewährleisten und soll andererseits ein rasches Einarbeiten ermöglichen.


DIENSTZEITEN

Montag bis Freitag von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr (½ Stunde Mittagspause)


SPEZIALAMBULANZEN

Nachbetreuung der Kinder verschiedener Stationen, orthopädische Ambulanz, urologische Ambulanz, "Bauchweh-Ambulanz"
Fallweise finden auch interdisziplinäre Besprechungen, wie pädopathologische Konferenz oder pädiatrisch-kinderchirurgische Besprechungen und andere statt, wozu die Kollegen herzlich eingeladen sind.


HYGIENISCHE VORAUSSETZUNGEN

Da operierte Kinder (vor allem Säuglinge und Neugeborene) für Infektionen besonders anfällig sind, muß eine tägliche optimale Körperhygiene (Haare, Haut, Nägel, Mundhöhle) zum Schutz der Kinder als Voraussetzung gefordert werden. Lange Haare sollten zusammengebunden werden. Auf regelmäßigen Wechsel der Dienstkleidung (Mantel, Hose) sollte nicht vergessen werden. Besonders sorgfältige aseptische Schutzmaßnahmen (Umkleiden in den Schleusen der diversen OP's und Händedesinfektion) in den Operationssälen und auf der Intensivstation sind zu beachten (Anleitung durch die zuständige Abteilungsschwester).

Bei Anzeichen irgendeiner Infektion der von seiten der Famulanten/Praktikanten (Fieber, Hautveränderungen, Eiterungen, Schnupfen, Halsschmerzen, Husten, Gelbsucht u.ä.) sollte der zuständige Stationsarzt oder sein Vertreter bereits vor Dienstantritt in Kenntnis gesetzt werden.


ARBEITSKLEIDUNG UND UTENSILIEN

Es wird gebeten, wenn möglich Stethoskop, Notitzblöcke und Schreibutensilien selbst mitzubringen. Weiße Mäntel werden beigestellt. Umkleidemöglichkeiten mit Spinden werden zugewiesen. Geld oder Wertgegenstände sollten nicht in den Spinden aufbewahrt werden.


ARBEITSEINTEILUNG

Alle Famulanten/Praktikanten werden Stationen oder Ambulanzen des Hauses zugeteilt. Nach Möglichkeit erfolgt ein wöchentlicher Wechsel dieser Einteilung. Damit besteht Gelegenheit mehrere Stationen kennenzulernen. Wegen der Personalknappheit in den Urlaubszeiten ist diese Einteilung jedoch flexibel und muß gelegentlich, bei Besprechung des Tagesprogrammes, geändert werden.

Grundsätzlich besteht Anwesenheitspflicht. Für unaufschiebbare Erledigungen bitten wir Sie sich beim Stationsarzt und im Chefsekretariat abzumelden.


Die Famulanten/Praktikanten sollten bei der Stationsschwester bekanntgeben, wo sie sich außerhalb der Station aufhalten, da immer wieder dringliche Arbeiten anfallen.


ARBEITSPENSUM UND AUSBILDUNG

Das Erlernen der Anamneseerhebung (nach Vordruck), Übung der klinischen Untersuchungstechnik, Erlernen und Mithilfe der pflegerischen Maßnahmen der Krankenschwestern und Begleitung und Beobachtung der Ärzte bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen.


Durch das Studium der Krankengeschichte, der Anamnese, der Veränderungen am Patienten sowie der Tagesbesprechung haben Sie die Möglichkeit, charakteristische Krankheitsbilder im Kindesalter kennenzulernen und ihre Behandlung zu beobachten. Stationsärzte, Oberärzte und Vorstand stehen Ihnen für Fragen gerne zur Verfügung. Nützen Sie diese Möglichkeit auch zur Diskussion von Problemen unaufgefordert. Wir verfügen auch über eine gut geordnete Bibliothek mit Zeitschriften und Büchern. Insbesondere sei auf die Checkliste Kinderchirurgie hingewiesen. Eine Entlehnung von Büchern ist nur über das Chefsekretariat möglich.


Nutzen Sie auch die Beobachtungsgabe um die psychischen Probleme von Kindern im Krankenhaus zu erfassen und sich bewußt zu machen, und wirken Sie mit an der Linderung der Nöte der Kinder, die auch durch Krankheit und Trennung von zu Hause auftreten. Beobachten Sie, wie andere diese Aufgabe lösen.

Bei entsprechender Einteilung oder wenn Ihnen freie Zeit zur Verfügung steht, sollten Sie Operationen beiwohnen. Die aseptischen Vorschriften sind strengstens zu beachten. Falls Ihnen der Routinebetrieb im Operationssaal noch neu ist, so melden Sie das bitte beim Betreten des Operationssaales. Eine Operationsschwester oder ein Arzt werden Sie dann mit den entsprechenden Maßnahmen vertraut machen. Schwangere Studentinnen dürfen nicht in den OP Saal gehen.


Begleiten sie die Kinder zu radiologischen Funktionsuntersuchungen (meistens am Vormittag in der kinderradiologischen Abteilung im Erdgeschoß). Steht Ihnen freie Zeit zur Verfügung so ist es empfehlenswert, sich auch mit der Tätigkeit der Physiotherapeutinnen im Haus und im Turnsaal vertraut zu machen.


Nach der "normalen" Arbeitszeit um 15.30 Uhr beginnt der sogenannte "Dienst". Es ist besonders empfehlenswert auch während dieser Zeit in der Ambulanz zu sein, da Sie hier vor allem die Erstversorgung von Unfällen kennenlernen können.


VERANTWORTUNG

Aufgrund der direkten Verantwortungsstruktur im Krankenhaus sind selbständige therapeutische Maßnahmen, Medikamentenverteilung usw. nicht erlaubt. Injektionen dürfen nur bei ausdrücklicher Erlaubnis und unter direkter Überwachung durch einen Assistenzarzt oder Oberarzt verabreicht werden.


Auskünfte an Eltern oder Drittpersonen dürfen nicht erteilt werden, sondern bleiben dem Arzt überlassen.

Es besteht absolute Verschwiegenheitspflicht gegenüber Drittpersonen über alle patientenbezogenen Vorgänge im Krankenhaus. Die persönliche Sphäre der Patienten, auch dann, wenn es Kinder sind, muß respektiert werden. Sollten Ihnen schwerwiegende Probleme auffallen, so wenden Sie sich direkt an Ihren Oberarzt oder an Univ. Prof. Dr. M. E. Höllwarth bzw. seine Vertretung.


Wir wünschen Ihnen ein interessantes und erfolgreiches Praktikum.


Zuletzt bearbeitet am 26.03.2008 um 09:48