|
|
HOME >> Ambulanz >> Hämangiomambulanz
|
|
|
|
|
 |
|
 |
|
Hämangiomambulanz |
|
|
Autor: Dr. Claudia Wilfinger
Leitung: OA Dr. Haxhija Ambulanzzeiten: Donnerstags von 11.00 – 13.00 Terminvereinbarung: 0316 385 4230
Hämangiome sind gutartige Anhäufungen von Gefäßzellen, die kleinste Blutgefäße in oder unter der Haut bilden. Insbesondere bei Frühgeborenen kommt es gehäuft zu einem Auftreten von Hämangiomen. Die in der Haut liegenden Hämangiome haben eine typische rote Farbe und können durch ihr knotiges Wachstum ein pilzartiges Aussehen haben, daher auch der Name "Blutschwammerl".
Alle Hämangiome haben ein typisches Wachstum, das sich in 3 Stadien einteilen lässt:
Proliferationsstadium (bis Ende des 1. Lebensjahres): Durch rasches und überschießendes Wachstum nimmt das Hämangiom deutlich an Größe und Höhe zu.
Ruhestadium (1.–2. Lebensjahr): Das Hämangiom bleibt in Größe und Form gleich und kann sogar kleiner, blasser und flacher werden.
Regressions – oder Rückbildungsstadium (2. – 5. Lebensjahr): In 80% der Fälle kann das Hämangiom komplett und narbenfrei verschwinden.
Bild 1: Aktives Hämangiom im Fussbereich
Etwa 40% der Hämangiome finden sich im Kopf- und Gesichtsbereich, 40% am Stamm, 10% in der Genitalregion und 10% an Händen und Füssen. Selten findet man sie in der Mundhöhle, der Luftröhre, der Speiseröhre und im Darm. In 10% der Fälle treten Hämangiome an mehreren Körperstellen gleichzeitig auf.
Im Anfangsstadium wachsen Hämangiome sehr rasch, und bei dieser Größenzunahme kann es zum Einwachsen in die umgebenden Gewebestrukturen kommen. Kritische Bereiche sind Gesicht und Hals, inklusive Ohren, Hände und Füße, der Brustwarzenbereich und die Genitalregion. Hier kann es zu einer bleibenden Zerstörung von Knorpel, Knochen, Drüsen und Stützgewebe, kommen, wodurch immer eine Defektheilung entsteht, die zu einem Funktionsverlust führt und kosmetisch störende Narben verursacht. Hämangiome können sich auch infizieren und durch mechanische Reizung zu wiederholten Blutungen führen.
Lebensbedrohliche Blutungen aus Hämangiomen sind sehr selten, kommen aber vor.
Bild 2: Ungünstige Lokalisation, Gefährdung des Lidschlusses
Derzeit stehen uns zur Therapie von Hämangiomen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. Ist eine Therapie notwendig, so muss sie im Anfangsstadium beginnen, denn je kleiner das Hämangiom an einer kritischen Stelle ist, desto erfolgreicher wird die Therapie sein.
Lokale Therapien
1. Kryotherapie: Durch Einwirken von Kälte mittels KryoPen ( - 195° ) werden die Hämangiomzellen gefroren und sterben ab. Nach 4 – 6 Wochen kommt es zum Abblassen und Verschwinden des Hämangioms. Geeignet ist die Therapie für flache Hämangiome am Stamm unter 1 cm Durchmesser. Wegen der Schmerzhaftigkeit ist meist eine Narkose notwendig.
2. Lasertherapie: Verschiedene Lasertypen werden eingesetzt, wobei alle Hämangiome in jeder Lokalisation gelasert werden können. In den letzten Jahren hat sich die Lasertherapie als effektivste Behandlungsform etabliert. Da das Verfahren schmerzhaft (Hitze) ist, kann die Laserung nur in Narkose erfolgen. Nach ca. 4 – 6 Wochen kommt es zur Zurückbildung des Hämangioms.
3. Magnesiumdrahtung: Dabei werden in Allgemeinnarkose Magnesiumdrähte direkt in das Hämangiom eingebracht. Dieses Verfahren wird nur in ausgewählten Fällen angewandt.
4. Chirurgische Entfernung: Ein Hämangiom wird eher selten chirurgisch entfernt, da immer mehr oder weniger störende Narben zurückbleiben. Dieses Verfahren bietet sich im Stammbereich bzw. an den Extremitäten sowie im Bereich der behaarten Kopfhaut an.
Systemische Therapien:
1. Kortisonbehandlung: Bei großflächigen oder den lokalen Therapieformen nur unzureichend zugänglichen Hämangiomen kann entweder als Einzelbehandlung oder auch als Kombinationstherapie, z.B. Laser, Kortison über einen Zeitraum von bis zu mehreren Monaten gegeben werden. Dabei können vorübergend Nebenwirkungen auftreten (Bluthochruck, Osteoporose, erhöhter Blutzuckerspiegel, Vollmondgesicht etc.), die engmaschige Kontrollen erforderlich machen.
2. Interferon-Therapie: Interferon wird als Immunmodulations-Behandlung durch Injektionen verabreicht. Auf Grund zahlreichen Nebenwirkungen wird sie nur unter strenger ärztlicher Überwachung bei ganz ausgewählten oder lebensbedrohlichen Hämangiomen angewendet.
Prinzipiell ist anfänglich jedes Hämangiom als kritisch zu klassifizieren und muss entsprechend kontrolliert oder therapiert werden.
|
|
|
Zuletzt bearbeitet am 26.03.2008 um 09:48 |
|
|
|
|
|